Tierversuche

Nach der EU-Chemikalienrichtlinie REACH (Registration, Evaluation, Authoristaion and Restriction of Chemicals) sollen Tausende Substanzen, die bereits auf dem Markt sind, auf potenzielle Gesundheitsrisiken für den Menschen getestet werden - zum großen Teil im Tierversuch.  Der Pharmakologe und Toxikologe Prof. Dr. Thomas Hartung schätzt, dass noch deutlich mehr Tiere für REACH sterben müssen, als zunächst berechnet. So geht Hartung davon aus, dass mehr Substanzen unter REACH fallen und dadurch mehr Tierversuche gemacht werden. 

Es sei mit bis zu 54 Millionen Tieren zu rechnen. Hartung plädiert für ein Moratorium des sogenannten Zweigenerationentests zur Überprüfung, ob eine Substanz die nachkommenden Generationen schädigt. Bei diesem Tierversuch werden besonders viele Tiere “verbraucht”. Immerhin wird derzeit diskutiert, ob stattdessen der Eingenerationentest eingesetzt wird, der die Zahl der Tiere deutlich reduziert.

Die europäische Chemikalienbehörde ECHA (European Chemicals Agency) bestreitet derweil die von Hartung berechneten 54 Millionen Versuchstiere. Die ECHA geht von neun Millionen Tieren aus. Aber auch diese von der ECHA genannten neun Millionen Tiere, die im Tierversuch landen sollen, wären zu viel. Der Bundesverband (Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.) setzt sich dafür ein, dass REACH mit tierversuchsfreien Testverfahren durchgeführt wird. Bis die Tests Ende 2010 beginnen sollen, ist noch Zeit, um entsprechende Verfahren zuzulassen.

(c) Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V., Newsletter 18/09 - zur Verfügung gestellt durch ESPA European Society for Protecting Animals e.V.